Elsässer-Rede auf der COMPACT-Premiere

Bei der COMPACT-Magazin-Premiere am 6. Dezember in Berlin stand das Titelthema der Startausgabe im Mittelpunkt: „Sarrazin – der nächste Bundeskanzler? Was eine neue Volkspartei erreichen kann“. Die Podiumsdiskussion wurde gefilmt und wird – hoffentlich – in Kürze hier zu sehen sein. Einstweilen gibt es Auszüge aus den Redemanuskripten. Hier der einleitende Beitrag des COMPACT-Chefredakteurs Jürgen Elsässer.

(Zur Fotogalerie von der Veranstaltung geht es hier.)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

(…) mit dieser Abendveranstaltung wollen wir Ihnen gleichzeitig auch das publizistische Motto von COMPACT live demonstrieren: Es geht um den Dialog zwischen demokratischn Linken und demokratischen Rechten, zwischen dem klugen Muslim und dem klugen Islamkritiker. Es gehtuns um die Beförderung einer Debatte, in der Argumente obsiegen und nicht die Tabus der political Correctness.

Denn der Hauptwiderspruch unserer Zeit besteht nicht mehr zwischen Linken und Rechten, sondern zwischen Demokraten und Imperialisten. Anhägner des angloamerikaischen Imperiums gibt es, das sage ich als Linker mit Entsetzen, bis weit in die Linke hinein. Auf der anderen Seite gibt es auch bei den Rechten Leute, die erkennt haben, dass der Nationalstaat die notwendige Form ist, um die Errungenchaft demokratischer Mitbestimmung und sozialer Teilhabe gegen den Globalismus zu verteidigen.

Sarrazin hat die Fahne zur Sammlung des demokratischen Lagers, zur Verteidigung des Nationalstaates aufgepflanzt. Das ist geglückt: Weit über eine Million Deutsche haben das Buch gekauft – das ist Nachkriegsrekord für ein politisches Werk. Damit ist offensichtlich, was das Establishment durch Euro-Denglish und globalistisches Abrakadabra immer weghexen wollte: Es gibt die nationale Frage noch. Ein relevanter Teil der Bevölkerung  will „deutsches Volk“ bleiben und das Abwracken unseres Nationalstaates verhindern. Das ist das Movens einer neuen Partei – so wie die Ökologie das Movens der Grünen war.

Kann es auf dieser Grundlage eine neue Volkspartei geben? Bei einer Emnid-Umfrage von Ende September entfielen26 Prozent auf eine fiktive SaPD – eine Sarrazin-Partei Deutschlands. Besonders bemerkenswert ist,  wie stark seine Anstöße nach links ausstrahlen: Bei der erwähnten Umfrage hatten 29 Prozent der Linke-Wähler ihr Kreuzchen bei der imaginären Sarrazin-Partei gemacht – das waren mehr als bei den Anhängern aller anderen. Das zeigt, wie tief der Graben zwischen politischer Führung und Volk, vor allem linken Volk, ist.

Dass vor allem linke Wähler, kleine Leute und Arbeiter hinter Sarrazin stehen, hat seinen Grund: Die im Buch zentrale Forderung nach einer Umkehr in der Einwanderungspolitik liegt ganz im Interesse der arbeitenden Menschen in diesem Land – im marxistischen Duktus: im Klasseninteresse des Proletariats. Die Zuwanderung ist seit ihrem Beginn in den sechziger Jahren  ein Projekt der Großkonzerne, die durch den Import billiger „Gastarbeiter“ die Lohnquote immer mehr absenken konnten. Das ist ökonomisch gewollte Inländerfeindlichkeit – wobei man den Begriff durchaus weit fassen sollte: So, wie schwäbische Betongießer in der Altbundesrepublik anatolischen Zuzüglern weichen mussten, werden deren Jobs heute von polnischen oder baltischen Dienstleistern übernommen. Mit anderen Worten: Auch die Türken in Deutschland müssten in ihrem eigenen Interesse mit Sarrazin dafür sein, dass vor der großen Flut die Schleusen geschlossen werden.

(Teil II folgt; die Rede wurde frei gehalten und wich im Detail, aber nicht in der Stoßrichtung von der obigen Vorlage ab)

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Ein Gedanke zu “Elsässer-Rede auf der COMPACT-Premiere

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